Bevor David eine Lerntherapie in der Praxis TipTapTop beginnen durfte, war er ein schüchterner Junge, der sich von seiner Umwelt zurückgezogen hatte. Er kam in der Schule – vor allem im Deutschunterricht – nicht mit. Doch seit er von der Lerntherapeutin Nicola Helmrich-Krüger unterrichtet wird, macht ihm der Unterricht wieder mehr Freude. „Ich komme gern zur Lerntherapie und lerne viel dazu. Es hilft mir, in der Schule besser zu werden und mich dort besser zu fühlen“, schreibt der 14-Jährige an den Verein Hamburger Abendblatt hilft. Auch seine jüngere Schwester Katharina, die eine Matheschwäche hat, wird in der Praxis TipTapTop gefördert, und „inzwischen machen mir Knobelaufgaben sehr viel Spaß“, so die Fünftklässlerin.
David und Katharina sind beides Stipendiaten des Vereins Hamburger Abendblatt hilft, der die Kosten für die rund 3000 Euro teure Lerntherapie pro Jahr übernimmt. Sie profitieren von dem Spendenerlös der rund 1833 Leserinnen und Leser, die bei der Abo-Spendenkampagne des Hamburger Abendblatts zugunsten des Abendblatt-Vereins dieses Frühjahr mitgemacht haben. Dabei ging es darum, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen eine Lerntherapie zu ermöglichen.
Die Haspa verdoppelte jede Abo-Spende bis 1000 Stück
Für zehn Euro konnte man bei der Aktion, die im Mai auslief, ein Abonnement für einen Monat abschließen. Der Erlös ging zu 100 Prozent an Hamburger Abendblatt hilft e.V. Ein zusätzliches Plus: Die Hamburger Sparkasse unterstützte die Aktion und verdoppelte den Erlös für die ersten 1000 Abos, also insgesamt um 10.000 Euro. So kam eine Spendensumme von 28.330 Euro zusammen, die der Abendblatt-Verein nun für lernschwache Kinder und Jugendliche einsetzen wird.
„Mit dieser Aktion können Kinder und Jugendliche in Hamburg, die beim Lernen Unterstützung brauchen, sehr gezielt gefördert werden. Deshalb war für uns schnell klar: Wir machen mit. Die Erlöse aus den Abendblatt-Abos fließen zu 100 Prozent in Lerntherapien für Kinder. So wird aus jeder Spende doppelte Hilfe. Gemeinsam schaffen wir so mehr Chancen für Kinder und Familien, genau da, wo sie gebraucht werden“, sagt Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Haspa.

Vertriebsleiterin ist stolz auf den Erfolg der Aktion
Auch für die Vertriebsleiterin des Hamburger Abendblatts, Dörte Kabel, war die Kurzabo-Kampagne in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. „Wir haben mehr als 1800 Bestellungen erzielt und konnten damit nicht nur neue Leserinnen und Leser für vier Wochen für das Hamburger Abendblatt begeistern, sondern gleichzeitig Kinder unterstützen, denen das Lernen nicht leichtfällt. Viele Kundinnen und Kunden haben die Chance genutzt, das Abendblatt zu verschenken und so Lesefreude weiterzugeben. Gerade in diesen Zeiten zeigt sich, wie wichtig Lokaljournalismus ist: Er erzählt die Geschichten direkt vor unserer Haustür und macht das Engagement von Initiativen und Vereinen sichtbar, das Ressortleiterin Sabine Tesche seit Jahren auf ihrer Seite ,Von Mensch zu Mensch‘ zeigt. Wir sind sehr stolz, dass wir durch diese Aktion einen so hohen Betrag an den Abendblatt-Verein übergeben können“, sagt Dörte Kabel.
Der Abendblatt-Verein arbeitet nur mit anerkannten Instituten (z. B. Studienkreis, Schulwerk; Institut für mathematisches Lernen, Reineke Institut) zusammen. Die Schüler kommen über die Institute und die Schulen zum Verein. Der prüft immer die Bedürftigkeit der Eltern. Zudem müssen eine Empfehlung der Klassenlehrerin und die Zeugnisse eingereicht werden. Die Institute testen die Kinder auch auf eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und Matheschwäche. Das Vereins-Team fordert immer Rückmeldungen von Schülern ein und fördert ein bis maximal zwei Jahre.

Lerntherapie dient dem Aufbau von Selbstbewusstsein bei den Schülern
Eine Lerntherapie gibt es für die Kinder, die eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche haben oder Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und die nicht wissen, wie sie lernen sollen. Davon sind leider relativ viele Kinder betroffen, aber es ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt in der Schule mitzukommen und in eine höhere Schule zu wechseln. Es unterrichten Lehrkräfte mit zusätzlicher Ausbildung. Es ist keine Therapie im klassischen Sinne, sondern strukturiertes Training bei den Schwächen, aber sie dient auch dem Aufbau von Selbstbewusstsein. Ein Teil der Therapie sind spielerische, sowie Konzentrations- und Entspannungsübungen.

So hatte der acht Jahre alte Marek große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Er nimmt Unterricht bei der Lerntherapeutin Jasmin Apcin. Er sagt: „Ich komm hier gerne hin, weil man hier arbeiten kann mit Spaß! Und Frau Apcin macht mit mir das, was ich gerne mache. So verwenden wir zum Beispiel Pokémon-Karten. Wir nehmen Karten, die japanisch aussehen, aber auf denen deutsche Wörter stehen. Die lese ich vor und bin jetzt schon richtig gut darin.“
Die Eltern der Stipendiaten sind sehr dankbar über die Förderung

Mareks Mutter Sabrina P. ist dem Abendblatt-Verein sehr dankbar für die Unterstützung. „Es ist für mich als Mutter wunderschön zu sehen, mit welcher Freude Marek jede Woche zu seinen Stunden geht. Er spiegelt mir regelmäßig wider, wie viel Spaß ihm das Lernen mittlerweile macht. Besonders stolz ist er selbst darauf, dass er nun merklich besser lesen und schreiben kann“, schreibt sie in einer E-Mail an den Verein.
Denn neben den schulischen Erfolgen macht Marek enorme Fortschritte in seiner persönlichen Entwicklung. So lerne er durch Jasmin Apcin effektive Lernmethoden zu finden und besser mit Rückschlägen umzugehen, so Sabrina P. Er verstehe immer besser, dass gewisse Aufgaben erledigt werden müssen, um unnötigen Stress zu vermeiden – „eine enorme Entlastung für unseren Alltag“.
Die Förderung schenkt Marek eine Perspektive im Leben
„Zuletzt möchte ich betonen, dass diese besondere Therapie für mich als Alleinerziehende von zwei Kindern ohne die Unterstützung durch den Abendblatt-Verein niemals möglich gewesen wäre. Diese Förderung schenkt Marek eine Perspektive, die ich ihm alleine nicht hätte ermöglichen können“, so Sabrina P.
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Auch Nala geht zur Lerntherapie bei Jasmin Apcin. Sie mag an der Lerntherapie, „dass wir Spiele spielen und ich in Mathe jetzt gut geworden bin“, schreibt die Zehnjährige. Das sieht Nalas Klassenlehrerin, Frau Möller, genauso: „Früher hatte Nala kaum Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. In allen Bereichen sind durch die Therapie schon deutliche Fortschritte zu erkennen. Nala hat an Selbstvertrauen gewonnen. Sie traut sich mehr zu. Auch im mündlichen Unterricht meldet sie sich öfter zu Wort“, schreibt die Sonderpädagogin.
Unser Dank geht an die Haspa und an all die Leserinnen und Leser, die ein Abendblatt-Kurz-Abo zugunsten des Vereins Hamburger Abendblatt hilft e.V. abgeschlossen haben – so können wir nun mit den Erlösen vielen weiteren Kindern eine Chance auf einen guten Schulabschluss ermöglichen.



