Dass Hamburg Feuer und Flamme sein kann für ein Sportereignis, das hat der HafenCity Run, Norddeutschlands größter Spendenlauf, einen Tag vor dem Olympia-Referendum eindrucksvoll gezeigt: 561 Teams und damit rund 20.000 Läuferinnen und Läufer gingen am Sonnabend bei der 24. Auflage des Benefizrennens, bei dem es eben nicht um Bestzeiten, sondern um Spenden und Spaß geht, an den Start. Die schönsten Fotos sehen Sie hier.
Die größten Teams stellten in diesem Jahr Beiersdorf (rund 1000 Läuferinnen und Läufer), die Hochbahn (513), das Medizintechnikunternehmen Johnson & Johnson (430) sowie Shell (370) und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers, für die rund 320 Starter gezählt wurden. 19 Hamburger Behörden und zehn Hochschulen waren dabei und auch das Hamburger Abendblatt, dessen Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ mit dem Erlös zwölf besondere Sozialprojekte rund um die Elbinseln unterstützt, bot ein 100-köpfiges Team auf. Pro Startnummer gehen jeweils 6 Euro und pro Team 10 Euro in den Spendentopf. 2025 waren auf diese Weise 120.124 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.
HafenCity Run 2026: Senatorin Karen Pein sieht Verbindung zu Olympischen Spielen
„Dieser Lauf vereint so viel: Freude, Teamgeist, aber vor allem den guten Zweck. Jeder, der mitläuft, unterstützt damit Hamburgerinnen und Hamburger in Not. Das macht mich einfach nur glücklich“, sagt Sabine Tesche, Vorsitzende des Vereins „Hamburger Abendblatt hilft“. Gemeinsam mit Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD), Andreas Kleinau (Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH) und Steven Richter, Geschäftsführer des Veranstalters BMS Die Laufgesellschaft, hatte sie am Morgen das Startsignal gegeben.

Senatorin Karen Pein, die ganz bewusst im Olympia-Outfit gekommen war, sagte: „Es gibt eine Verbindung zwischen diesem Lauf und Hamburgs Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele: Wir möchten in dieser Stadt über den Sport gemeinsam unsere Zukunft gestalten.“ Joggen empfinde sie persönlich eigentlich als „eher anstrengend“, aber beim HafenCity Run vergesse sie das: „Hier spürt man nichts als Freude und blickt in fröhliche Gesichter. Das ist die beste Motivation!“
HafenCity: Auf der Route haben die Teilnehmer neue Bauten bewundern können
Eine große Besonderheit: Der HafenCity Run ist auch Deutschlands größter Inklusionslauf, denn rund 1220 Menschen mit Beeinträchtigungen nahmen teil. „Damit setzen wir ein starkes Zeichen für gelebte Teilhabe, gesellschaftliches Miteinander und zugleich auch für Gesundheitsförderung einer hoch vulnerablen Gruppe“, betonte Sabine Tesche.

Andreas Kleinau von der HafenCity GmbH, der selbst viel Ausdauersport treibt und deshalb für den Lauf nicht besonders trainieren musste, lobte die diesjährige Strecke: „Wir haben uns für diese Route entschieden, damit möglichst viele der Teilnehmenden immer wieder staunen und sagen: ‚Mensch, das kenne ich hier ja noch gar nicht!‘“
HafenCity: Die Strecke führte auf 4,4 Kilometern durch Hamburgs jüngsten Stadtteil
Die Strecke, die immer über eine Distanz von 4,4 Kilometern durch die HafenCity führt, ist traditionell jedes Jahr eine andere. Sie wird jedes Jahr vom Team der BMS Die Laufgesellschaft, das viele Läufe in Hamburg organisiert, sorgsam ausgesucht. „Das ist schon eine Herausforderung, rund 20.000 Teilnehmende reibungslos durch die Straßen zu navigieren“, gibt Geschäftsführer Steven Richter zu. Denn es geht darum, sich Hamburgs jüngsten Stadtteil laufend zu erobern und den Fortschritt zu bewundern.
Start war in diesem Jahr am Kirchenpauerkai an der Elbe, von wo aus die Moderatoren Lou Richter und Jonas Frank (NDR 2) unterhaltsam und motivierend jedes Team auf die Runde schickten. Über den Baakenhafen, unter anderem vorbei am UBS Digital Art Museum, das in diesem Jahr eröffnen soll, und der Botschaft der Wildtiere, ging es für die Läuferinnen und Läufer über die Magdeburger Brücke. Rechts und links entlang der Strecke konnte, jedenfalls wer noch ein Auge dafür hatte, abwechslungsreiche Architektur bewundern: historische Speicher und moderne Glasbauten.

„Dieser Lauf ist jedes Jahr ein besonderes Ereignis, die Stimmung ist einfach sensationell und man tut noch etwas Gutes – für sich selbst und die Gesellschaft“, sagte Verena Rabattu-Timm aus Blankense, die mit Ehemann Jürgen und Schulfreundin Carola bereits zum dritten Mal dabei war. Isabel Bodenstein, die an der Osterstraße die Familienzahnarztpraxis Bodenstein führt, war mit einem zehnköpfigen Team am Start. Dazu gehörte auch Tochter Marlene: „Ich mag den Zusammenhalt bei diesem Lauf. Es war auch ein toller Mutter-Tochter-Moment, gemeinsam ins Ziel zu laufen.“
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Übers Überseequartier mit dem XXL-Einkaufszentrum Westfield führte die Strecke dann am Brooktorhafen vorbei zum Lohsepark, dem größten Park in der HafenCity. Nach dem Zieldurchlauf gab es dort für die glücklichen Teilnehmenden des HafenCity Runs Erfrischungsgetränke, Obst, Snacks – und vor allem Partystimmung.



